Themen

Für folgende Bereiche haben wir die Lehren aus Corona analysiert:

  • Wir haben an Schulen vor allem die Digitalisierung verschlafen. Und ohne genügend Lehrkräfte ist weder ein infektionsschutzgerechter Unterricht möglich, noch einer, der auf die individuellen Stärken und Schwächen der Schüler:innen eingeht.

  • Durch die Corona-Krise stößt unser bisheriges Wirtschaftssystem an seine Belastungsgrenze. Zeit sich Gedanken über Reformen zu machen: Wie können wir gemeinsam sozialer und klimagerechter wirtschaften?

  • Von einem Tag auf den nächsten wurde das gesamte Leben in die eigenen vier Wände verlegt. Schulisch, berufliche und persönliche Interaktionen finden über das Internet statt. Auf einmal ist alles digital.

  • Die Einschränkungen des gesellschaftlichen Lebens zum Infektionsschutz gab es so noch nie. Was ist verhältnismäßig und was ist nicht mehr verhältnismäßig? Wo hören die Rechte des Einzelnen auf und wo fangen die Rechte aller an?

  • Die Hochschulen hatten auf Grund der Semesterpause mehr Zeit sich auf einen geänderten Lehr- und Lernalltag vorzubereiten. Mit digitaler Lehre hatten sie bereits Erfahrung, die Studienfinanzierung war jedoch vorher schon prekär.

  • In der Krise kehren alte Rollenklischees zurück: Frau* bleibt zu Hause, steht am Herd und erzieht die Kinder. Die Gleichstellung der Geschlechter lässt weiter auf sich warten. Feminismus ist deswegen wichtiger denn je!

  • Die EU ist durch die Krise in besonderer Weise strapaziert. Schnell waren die Nationalstaaten die handelnden Akteure, doch wo war das gemeinschaftliche Projekt? Warum uns mehr Europa geholfen hätte.

  • An dieser Stelle werden in den nächsten Wochen weitere Themen veröffentlicht!

 

 

  • Matthias Lüth

    Vorsitzender Jusos Dresden

    „Die Corona-Pandemie ist ein noch nie dagewesenes Ereignis, das seinesgleichen sucht. Unser Leben wird auf fast allen Ebenen umgekrempelt – und das selten zum Guten. Gleichzeitig offenbart die Krise die Bruchstellen unserer Gesellschaft. In unserem Gesundheitssystem wurde an der falschen Stelle gespart. Unsere Gesellschaft ist beim Thema Digitalisierung noch lange nicht da, wo wir dachten. Unser soziales Sicherungsnetz fängt bei weitem nicht alle auf. Corona zeigt uns bei all diesen Fragen: Wir müssen den Arsch hochkriegen!“

  • Moritz Zeidler

    Vorstand Jusos Dresden

    „Wir haben auf einen Schlag den ganzen Schulbetrieb vom Klassenraum ins Wohnzimmer verlagert. Das kann nicht funktionieren in einem System, in dem Digitalisierung meist nur dort vorkommt, wo engagierte Lehrkräfte und Schulleitungen ihre Freizeit dafür investieren! Wir müssen Schulen und Schüler:innen endlich konsequent mit digitalen Medien ausstatten, und wir müssen Lehrer:innen umfassend im Umgang mit ihnen schulen. Und wir müssen wir dringend den Betreuungsschlüssel verbessern: Wo Klassen groß und Räume klein sind, ist kein infektionsschutzgerechter Unterricht schwer möglich – und auch keiner, der auf die individuellen Stärken und Schwächender Schüler:innen eingeht.“

  • Friederike Buß

    Mitglied Jusos Dresden

    „Die Frage ist doch: Wie soll unsere Wirtschaft nach der Krise aussehen? Wir sollten diesen Wandel nutzen, um die richtigen Prioritäten zu setzen. Während seit Jahren kaum Geld aufgewendet wird, um Deutschland zu einem klimapositiven Land zu machen, werden nun plötzlich Milliarden investiert, um die bestehende Wirtschaftsordnung aufrecht zu erhalten. Die Förderung von Unternehmen durch den Staat muss auch daran gekoppelt sein, wie diese Firmen ökologisch agieren.“

  • Albrecht Pallas

    Vorsitzender SPD Dresden

    „Erwerbsarbeit findet außerhalb der eigenen vier Wände statt. Deutschland 2020. Warum es erst ein Virus braucht, um an dieser Gewissheit zu rütteln, erschließt sich mir nicht. Aber Chancen soll man ja bekanntlich nutzen. Nicht in jedem Beruf und jedem Unternehmen wird das in gleichem Umfang gehen. Aber wo es geht, sollten wir die Möglichkeiten beherzt ergreifen: Wer also will, soll auf dem Balkon Akten lesen. Wer möchte, kann im Büro sein Mittag mit den Kolleg:innen genießen. Wer wählen kann, soll das auch tun. Und wenn wir schon dabei sind, lasst uns auch über Arbeitszeiten reden. Es gilt auch hier die alte Weisheit. Weniger ist manchmal mehr!“

  • Matthias Lüth

    Vorsitzender Jusos Dresden

    „In den letzten Wochen hat sich unsere Gesellschaft in einer Geschwindigkeit digitalisiert, die kaum jemand für möglich gehalten hätte. Alle Beteiligten haben großes Engagement gezeigt. IT-Abteilungen mussten ganze Unternehmen in die digitale Sphäre heben. Viele Arbeitnehmer:innen waren das erste Mal im Home-Office. Corona zeigt uns jedoch auch die Schwachstellen unserer digitalen Welt, beispielsweise ruckelnde Videokonferenzen und abbrechende Verbindungen. Den Netzausbau, insbesondere auf der letzten Meile, haben wir schlichtweg versäumt.“

  • Laura Loew

    Mitglied im Bundesvorstand der Juso-Hochschulgruppen

    Die aktuelle Krise hat die Hochschulen mit Höchstgeschwindigkeit aus der Kreidezeit zwangsweise in das digitale Zeitalter befördert – zumindest theoretisch. Aber eingesprochene Vorlesungsfolien und tägliche E-Mail-Bombardements sind noch keine digitale Lehre! Das bedeutet jedoch nicht, dass wir nach der Corona-Zeit wieder zu Präsenzvorlesungen und analoger Anwesenheitspflicht zurückkehren sollen. Stattdessen bietet die Krise die Chance, Hochschulen künftig ganz anders anzugehen: Dieser radikale Schubser gibt uns die Möglichkeit, über die zukünftige Konfiguration von Hochschulen nachzudenken. Der Sozial-, Forschungs- und Austauschraum Hochschule, den wir jetzt so schmerzlich vermissen, muss in der analogen Form gestärkt werden. Gleichzeitig müssen die administrativen und wissensvermittelnden Elemente auf die barriereärmere digitale Ebene verlagert werden!

  • Laura Stellbrink

    Vorsitzende ASF Sachsen

    Obwohl schon lange für die Gleichstellung der Geschlechter gekämpft wird, haben wir sie noch lange nicht erreicht. Das zeigt die Corona-Krise mehr als deutlich. Worte der Anerkennung für die Leistung von Frauen reichen nicht. Blumen zum Muttertag sind nette Gesten, mehr aber auch nicht. Wir wollen keine Blumen, wir wollen gleiche Rechte. Frauen gehören in die Chefetagen, Parlamente und vor die Kamera. Uns steht die Hälfte der Macht zu, auf und in allen Ebenen der Gesellschaft. Auch im Geldbeutel von Frauen wird mehr als deutlich, von einer echten Gleichstellung sind wir noch meilenweit entfernt.

  • Matthias Ecke

    Europabeauftragter der SPD Sachsen

    In den letzten Wochen hat sich gezeigt, dass die EU aus vergangenen Krisen gelernt hat. Die Kommission hat ein Maßnahmenpaket vorgelegt, das sich deutlich von der unsozialen Reaktion auf die Finanzkrise von 2008 unterscheidet. Damals mussten die besonders schwer getroffenen Staaten harte Sparauflagen umsetzen, um Kredite zu erhalten, mit teils schwerwiegenden Folgen für Wohlstand, Beschäftigung und den sozialen Zusammenhalt. Diesmal plant die Kommission, aber auch die Bundesregierung, den besonders von Corona getroffenen Staaten direkt mit europäischen Programme zu helfen. Das ist die richtige Wahl. Denn Corona hat endgültig bewiesen: Wir kommen in Europa nur gemeinsam durch die Krise. Jetzt muss die EU beweisen, dass sie das leisten kann.